Norseman Xtreme Triathlon 2026: Kristian Grue verteidigt seinen Titel, Nikola Čorbová triumphiert bei den Frauen
Der legendäre Norseman Xtreme Triathlon ging heute erneut an den norwegischen Titelverteidiger Kristian Grue. Bei den Frauen holte sich die Slowakin Nikola Čorbová erstmals den Sieg bei diesem XXL-Triathlon über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen, der unter den harten Bedingungen des norwegischen Klimas ausgetragen wurde.
Ruhiges Wasser im Hardangerfjord und strahlender Sonnenschein auf der Hardangervidda boten der Ausgabe 2026 des Norseman Xtreme Triathlon, der als Austragungsort der „Xtri-Triathlon-Weltmeisterschaft“ dient, eine spektakuläre Kulisse. Xtri steht für einen XXL-Triathlon in einer „extremen“ Variante, nicht zuletzt wegen der gewaltigen Höhenmeter. Doch die Strömungen im Fjord, der Gegenwind auf einigen Streckenabschnitten und ein erbitterter Kampf bis zum Gipfel des Gaustatoppen, wo das Ziel auf 1.883 Metern Höhe liegt, machten deutlich, dass dieser Wettkampf zu den härtesten Herausforderungen im Triathlonsport zählt.
Kristian Grue feiert seinen zweiten Sieg in Folge
Titelverteidiger Kristian Grue aus Norwegen wurde seiner Favoritenrolle gerecht, führte das Rennen von Anfang bis Ende an und siegte in weniger als zehn Stunden.
Nach den 3,8 Kilometern im Wasser kam Grue als Erster aus dem Fjord, mit eineinhalb Minuten Vorsprung auf den Briten Alistair Brownlee, der den sechsten Platz belegte. Der zweifache Triathlon-Olympiasieger von 2012 und 2016 schloss auf dem Rad jedoch schnell zum Führenden auf und hatte ihn noch vor dem Ort Dyranut eingeholt. Anschließend legten die beiden einen großen Teil der Strecke durch den Nationalpark Hardangervidda gemeinsam zurück.
Die Entscheidung fiel in der Nähe von Geilo. Dort setzte sich Grue nach und nach ab und baute seinen Vorsprung bis zum Beginn des abschließenden Laufs auf den Gaustatoppen weiter aus. Der hügelige Marathon wartete mit 1.800 Höhenmetern auf. Bei seiner ersten Norseman-Teilnahme verteidigte Brownlee den zweiten Platz, konnte Grue nach dessen Attacke aber zu keinem Zeitpunkt mehr gefährden.
Der Kampf um Platz drei bot eines der spannendsten Duelle des Tages. Der frühere Sieger Hans-Christian Tungesvik aus Norwegen musste sich gegen die Angriffe des Finnen Juuso Manninen, des Norwegers Eivind Kjennerud und des US-Amerikaners Ernest Mantell behaupten. Seine entscheidende Attacke setzte Tungesvik im letzten Kilometer. Er überholte Mantell und sicherte sich Rang drei, nur 35 Sekunden hinter Brownlee.
Der beste Franzose unter den rund 15 gestarteten Athleten war Julien Couderc auf Platz neun in 11:12:47 Stunden.
Männer-Podium
1) Kristian Grue (Norwegen): 9:53:46
2) Alistair Brownlee (Großbritannien): 10:18:19
3) Hans-Christian Tungesvik (Norwegen): 10:18:55
Bei den Frauen entscheidet der Marathon
Das Frauenrennen blieb den ganzen Tag über völlig offen und wurde schließlich auf dem Marathon entschieden.
Die Niederländerin Ilona Eversdijk kam als Erste aus dem Wasser, vor der Finnin Maisa Tuliniemi und der Britin Estée Chiara Larivière. Im Laufe des Tages wechselte die Führung mehrfach, unter anderem übernahm die Norwegerin Tonja Lunde Johansen auf dem Rad die Spitze.
Zu Beginn des Marathons lag Tuliniemi vorn, gefolgt von der Slowakin Nikola Čorbová und der Norwegerin Kaja Bergwitz-Larsen. Doch mehrere starke Läuferinnen lauerten dahinter, entschieden war noch nichts.
Čorbová zeigte in allen drei Disziplinen eine konstant starke Leistung und übernahm nach und nach die Kontrolle über das Rennen. Dahinter lief die Norwegerin Helene Melson Tungesvik den schnellsten Marathon des Tages in 4:18:43 Stunden. Auf der Laufstrecke nahm sie Čorbová mehr als 12:30 Minuten ab und erkämpfte sich damit Platz zwei.
Rang drei ging an die Spanierin Sonia Tomegros Regalado. Tonja Lunde Johansen, die lange Zeit das Rennen angeführt hatte, verpasste das Podium als Vierte nur um drei Minuten.
Frauen-Podium
1) Nikola Čorbová (Slowakei): 12:04:56
2) Helene Melson Tungesvik (Norwegen): 12:09:24
3) Sonia Tomegros Regalado (Spanien): 12:13:59
Am Ende dieser Ausgabe hatten 158 Athletinnen und Athleten den Wettkampf erfolgreich beendet und sich das berühmte schwarze Finisher-Shirt gesichert. Wer das Zeitlimit am Fuß des Schlussanstiegs verpasst hatte, wurde auf einen leichteren letzten Streckenabschnitt umgeleitet und musste sich mit dem weißen Finisher-Shirt begnügen.
Über den Zalaris Norseman Xtreme Triathlon und die XTRI-Weltmeisterschaft
Erste Ausgabe: 2003
Strecke: von Eidfjord zum Gaustatoppen in Norwegen
Distanz: 3,8 km Schwimmen – 180 km Radfahren – 42,2 km Laufen
Höhenmeter: mehr als 5.000 Höhenmeter
Teilnehmer: Rund 250 Athletinnen und Athleten, die jeweils von einem eigenen Support-Team begleitet werden müssen; auf dem letzten Abschnitt des Marathons ist außerdem ein Pacer vorgeschrieben