Niek Heldoorn holt beim EmbrunMan 2026 den nächsten Coup
Niek Heldoorn hat am 15. August die 42. Ausgabe des EmbrunMan über die XXL-Distanz gewonnen. Nach seinem Erfolg 2022 machte der Niederländer den Doppelpack perfekt, vor dem Spanier Jordi Montraveta und dem Franzosen Clément Grandy. Bei den Frauen siegte die Spanierin Saleta Castro Nogueira.
Der 15. August ist ein heiliger Termin für das kleine Hochalpen-Dorf Embrun. Seit 42 Jahren sorgt der lokale Triathlon zum Sommerausklang für Stimmung, auf einer XXL-Strecke, die längst Kultstatus hat.
893 Triathletinnen und Triathleten standen dieses Jahr am Start, schon um 6 Uhr morgens, in der willkommenen Kühle am Plan d’Eau d’Embrun, der zum Start noch im Dunkeln lag. Geführt vom Licht der vorausfahrenden Kajaks absolvierte das Feld 3800 m Schwimmen auf spiegelglattem Wasser und stieg mit der Morgendämmerung wieder aus…
Als Fünfter aus dem Wasser nach 47:11 stieg der Niederländer Niek Heldoorn, 27 Jahre alt und bereits Sieger 2022, schnell an die Spitze auf dem Radkurs über 188 km, inklusive Col d’Izoard und der Rampe nach Chalvet. Dafür fehlte die berüchtigte Côte du Pallon: Wegen eines Brandes bei L’Argentière Ende Juli wurde sie aus dem Kurs gestrichen, was die ohnehin selektive Strecke ein Stück weit „entschärfte“.
Heldoorn spulte den Radpart in 5:23 Stunden ab, bei über 33 km/h im Schnitt, und kam mit sechs Minuten Vorsprung auf den Spanier Jordi Montraveta, im Vorjahr Dritter, in T2. Der zweifache Titelverteidiger, der Franzose Louis Richard, war dagegen als 109. aus dem Wasser gekommen. Der Athlet aus Monaco (ehemaliger Radprofi) startete anschließend eine spektakuläre Aufholjagd auf dem Rad und kassierte rund hundert Konkurrenten ein.
Auf dem abschließenden Marathon lief Montraveta die Tagesbestzeit in 2:42 Stunden. Heldoorn, der bei km 28 mit Erbrechen zu kämpfen hatte, rettete dennoch rund 1:30 Minuten bis ins Ziel und siegte in unter neun Stunden (genau 8:59:46, allerdings auf der „entschärften“ Strecke) vor Montraveta und dem Burgunder Clément Grandy (Frankreich), im Vorjahr bereits Zweiter. Nach seiner wilden Aufholjagd wurde Louis Richard Vierter.
Saleta Castro Nogueira nutzt ihre Chance bei den Frauen
Bei den Frauen fehlten die Schweizer Favoritinnen Alanis Siffert und Nina Derron, das Siegerduo der Ausgabe 2025, was ein offeneres Rennen erwarten ließ. Nach einem langen Schlagabtausch mit der Amerikanerin Marni Sumbal setzte sich die Spanierin Saleta Castro Nogueira, Partnerin des sechsfachen Siegers Marcel Zamora, am Col d’Izoard endgültig ab und verteidigte ihre Führung bis ins Ziel.
Im Zielsprint sicherte sich die Belgierin Marine Moulin Rang zwei, nur 21 Sekunden vor der Amerikanerin Marni Sumbal.
Männerpodium:
1 Niek HELDOORN (Niederlande) 8h59’46
2 Jordi MONTRAVETA (Spanien) 9h01’04
3 Clément GRANDY (Frankreich) 9h03’52
Frauenpodium:
1 Saleta CASTRO NOGUEIRA (Spanien) 12h03’11
2 Marine MOULIN (Frankreich) 12h28’04
2 Marni SUMBAL (USA) 12h28’25
751 Triathletinnen und Triathleten erreichten beim EmbrunMan 2026 innerhalb des Zeitlimits das Ziel, das sind 84 % der Gemeldeten. Bei freundlichem Wetter sorgten ein paar Tropfen Regen am späten Nachmittag noch für eine angenehme Abkühlung im Feld.
Die Geschwister Gillodts gewinnen den „Quart“
Zum Event gehörte auch der „Quart“ (ein Triathlon über die M-Distanz) mit 1500 m Schwimmen, 44 km Radfahren und 110 m D+, sowie 10 km Laufen, größtenteils entlang der Durance. Die Geschwister Gillodts, aus einer großen Triathlon-Familie aus Nordfrankreich, setzten sich auf diesem Format nacheinander durch.
Podien des Quart:
Männer
1 GILLODTS Thomas (Frankreich) 2h05’29
2 CASILE Raphaël (Frankreich) 2h08’13
3 PLATIAUX Robin (Belgien) 2h10’15
Frauen
1 GILLODTS Clara (Frankreich) 2h28’48
2 DELBARRE Louise (Frankreich) 2h35’10
3 CANOVAS ALONSO Georgina (Spanien) 2h41’03