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WTCS Weihai 2026: Cassandre Beaugrand dominiert, Max Studer meldet sich mit einem Sieg zurück

LB
Von Luc Beurnaux

Veröffentlicht am Mo., 31. August 2026

Aktualisiert am Mo., 31. August 2026

WTCS Weihai 2026: Cassandre Beaugrand dominiert, Max Studer meldet sich mit einem Sieg zurück
© World Triathlon

Am Wochenende stand in Weihai (China) die siebte Station der Triathlon-WM-Serie (WTCS) auf dem Programm. Cassandre Beaugrand holte sich ihren vierten Saisonsieg und übernimmt weniger als einen Monat vor dem Finale in Spanien Ende September die Führung in der Weltrangliste. Bei den Männern gewann der Schweizer Max Studer und krönte damit sein Comeback nach langer Verletzungspause.

Von Beginn an positionierte sich Cassandre Beaugrand im Frauenrennen über die olympische Distanz vorne und kam als Dritte aus dem Wasser. Die 40 km auf dem Rad absolvierte sie zunächst in einer Vierergruppe, ehe sie im dritten Umlauf von den Verfolgerinnen gestellt wurde und in eine 17-köpfige Gruppe rutschte.

Auch die beiden anderen Favoritinnen, die deutsche Titelverteidigerin Lisa Tertsch und die Weltmeisterin von 2023 aus Großbritannien Beth Potter, waren in diesem Pulk. Weitere Radfahrerinnen schlossen auf, sodass schließlich 31 Athletinnen gemeinsam in die zweite Wechselzone kamen.

Auf den letzten 10 Kilometern im Lauf werden die ersten Unterschiede schnell sichtbar, und Cassandre Beaugrand drückt aufs Tempo. Schon vor Ende der ersten Runde können nur Potter und Tertsch der Französin folgen. Die drei letzten Weltmeisterinnen liegen damit gemeinsam an der Spitze. Knapp zwei Kilometer vor dem Ziel setzen sich die Französin und die Britin ab und sprengen Lisa Tertsch. Wenige Meter später muss auch Potter abreißen lassen: Cassandre Beaugrand läuft allein vorneweg und wird nicht mehr eingeholt. Vierter Sieg in vier Rennen 2026 für die Olympiasiegerin. Beth Potter wird Zweite, Lisa Tertsch Dritte.

Mit diesem Sieg übernimmt die Französin die Führung in der Weltrangliste mit 4.000 Punkten, also dem Maximum, da für die Endwertung vier Rennen zählen. Hinter ihr folgen Beth Potter (3.775) und die Schwedin Tilda Mansson (3.636). Das Finale in Pontevedra wird in weniger als einem Monat die Gesamtwertung entscheiden. Davor steht am 13. September noch ein Stopp in Karlovy-Vary (Ungarn) an.

Podium Frauen

1 Cassandre Beaugrand (Frankreich): 1:49:20 h

2 Beth Potter (Großbritannien): 1:49:26 h

3 Lisa Tertsch (Deutschland): 1:49:44 h

Max Studer verteidigt bei den Männern seinen Titel

Bei den Männern stand kein französischer Triathlet am Start. Der amtierende Weltmeister und Führende der Weltrangliste, der Australier Matthew Hauser, galt als Topfavorit, wurde am Ende aber Zehnter.

Der Schweizer Max Studer, der seit dem WM-Finale Ende 2025 keinen WTCS-Start mehr bestritten hatte, behielt auf einer komplett durchnässten und extrem chaotischen Strecke die Nerven und verteidigte seinen Titel, den er im vergangenen Jahr auf diesem Kurs geholt hatte. Der Spanier David Cantero Del Campo stürzte in den letzten Kilometern, kam aber wieder auf die Beine und holte Rang zwei, sein erstes WTCS-Podium seit dem WM-Finale in Wollongong im vergangenen Jahr. Der Kanadier Tyler Mislawchuk komplettiert das Podium und steht auf WTCS-Niveau erstmals seit sieben Jahren wieder in den Top 3.

Ohne dass auf dem Rad Abstände entstanden, fiel die Entscheidung im Laufen, anders als in den beiden Ausgaben zuvor. Matt Hauser übernahm direkt nach dem Start die Führung, begleitet von Cantero, Studer, dem Japaner Kenji Nener und Mislawchuk. Dieses Quintett setzte sich schon in der ersten Runde mit rund 15 Sekunden ab, ehe der Abstand beim Läuten der Glocke wieder zusammenschmolz.

Die fünf wurden von einer Gruppe verfolgt, die unter anderem vom Portugiesen João Nuno Batista angeführt wurde. Ab der zweiten Runde übernahmen Mislawchuk, Studer und Cantero die Kontrolle und ließen Hauser, der bis dahin geführt hatte, hinten kämpfen.

In der dritten Runde wechselte sich das Spitzentrio ab und konnte einen echten Vorsprung herauslaufen. Dahinter organisierten Batista und der US-Amerikaner John Reed, hier 2025 Bronzegewinner, die Verfolgung, während Hauser endgültig abreißen lassen musste.

Am Ende der dritten Runde rutschte Cantero, 22 Jahre alt und bereits als einer der besten Sprinter im Feld bekannt, weg und stürzte. Der Spanier kam jedoch schnell wieder auf die Beine. Als Studer Cantero am Boden sah, zog er ein letztes Mal an.

Der Schweizer baute den Vorsprung aus, während Cantero alles investierte, um zurückzukommen, und sich zugleich von Mislawchuk absetzen konnte. Doch Studers Antritt war zu stark. Max Studer überquerte die Ziellinie allein an der Spitze.

Der amtierende Weltmeister Matt Hauser wurde am Ende Zehnter. Ein Ergebnis, das ihn teuer zu stehen kommt. Hauser war mit einer makellosen Bilanz von drei Siegen aus drei Rennen 2026 nach China gereist. Da die Portugiesen Vasco Vilaça und Miguel Hidalgo in Weihai fehlten, hätte ihm ein Podestplatz gereicht, um Vilaças Punktzahl zu übertreffen und allein die Gesamtführung in der WTCS zu übernehmen. Stattdessen bringt ihn Platz zehn zwar auf Rang zwei der Gesamtwertung nach vorn, doch Vilaça, der Weihai ausließ, um einen Trainingsblock zu priorisieren, bleibt Spitzenreiter der Series.

© World Triathlon
Siegreiches Comeback für Max Studer

Podium Männer:

1 Max Studer (Schweiz): 1:41:08 h

2 David Cantero Del Campo (Spanien): 1:41:18 h

3 Tyler Mislawschuk (Kanada): 1:41:25 h