Alex Yee: „In allen drei Triathlondisziplinen weiter besser werden“
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Alex Yee: „In allen drei Triathlondisziplinen weiter besser werden“

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Von Luc Beurnaux

Veröffentlicht am Mi., 9. September 2026

Aktualisiert am Mi., 9. September 2026

Nach seinem Olympiasieg in Paris 2024 hat der Brite Alex Yee 2026 wieder angegriffen, nachdem er 2025 mit einem bemerkenswerten Marathonauftritt für Aufsehen gesorgt hatte. Der Athlet des französischen Valence Triathlon blickt auf die erfolgreichen vergangenen Jahre zurück und spricht über seine Zukunft, die er weiterhin im olympischen Triathlon sieht. Interview.

Alex, wie haben Sie Ihren Olympiasieg in Paris erlebt und verarbeitet?

Paris war ein unglaublicher Moment, aber ich wollte ihn nicht als Zielstrich betrachten. Ich habe mir Zeit genommen, ihn mit all den Menschen zu genießen, die mir diesen Weg ermöglicht haben, und bin dann schnell wieder an die Arbeit gegangen. Diese Medaille gibt natürlich Selbstvertrauen. Was mich aber vor allem antreibt, ist der Weg, der noch vor mir liegt, und der Wunsch, mich weiterzuentwickeln.

Ist es Ihnen nach einem solchen Erfolg schwergefallen, neue Motivation zu finden?

Ich glaube, nach einem Olympiazyklus ist es ganz normal, erst einmal etwas Abstand zu gewinnen. Sobald ich mir neue Ziele gesetzt hatte, kam die Motivation ganz von selbst zurück. Was mich seit jeher antreibt, ist nicht, einen Haken hinter etwas zu setzen oder einen Titel zu gewinnen, sondern ein besserer Athlet zu werden!

Ich würde gern herausfinden, wie weit ich im Marathon kommen kann

Alex Yee
Alex YeeOlympiasieger im Triathlon

Glauben Sie, Ihr Potenzial im Marathon bereits ausgeschöpft zu haben?

Nein, das glaube ich nicht. Mein Marathon in Valencia 2025 (2:06:38 Stunden) hat mir gezeigt, wozu ich fähig bin, aber auch, was ich noch lernen muss. Wenn ich mich eines Tages über einen längeren Zeitraum voll und ganz dem Marathon widmen würde, wäre ich neugierig zu sehen, wie weit ich kommen könnte.

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Wie unterscheidet sich die Marathonvorbereitung von der Vorbereitung auf einen olympischen Triathlon?

Der Marathon verlangt eine deutlich spezifischere Vorbereitung, mit hohem Laufumfang und ständigem Fokus auf die Laufökonomie. Im Triathlon ist das Training wesentlich vielseitiger, weil die Belastung auf drei Disziplinen verteilt werden muss. Gleichzeitig bringt der Triathlon bereits eine hervorragende aerobe Grundlage mit, was ein echter Vorteil ist.

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Reizt Sie der Gedanke, der schnellste britische Marathonläufer der Geschichte zu werden?

Das wäre ein prestigeträchtiger Rekord, aber ich bin nie bestimmten Zahlen hinterhergelaufen. Sollte ich mich eines Tages dem Marathon widmen und dieser Rekord das Ergebnis einer starken Leistung sein, wäre ich natürlich sehr stolz darauf.

Sehen Sie sich dank Ihrer Laufstärke irgendwann am Start eines Ironman?

Heute habe ich am olympischen Format nach wie vor enorm viel Freude. Die Vorbereitung auf einen Marathon und der Wettkampf selbst haben mir großen Spaß gemacht, aber ich denke noch nicht so weit voraus.

Hat Ihnen die Marathonvorbereitung geholfen, sich im Triathlon weiterzuentwickeln?

Ja, ohne jeden Zweifel. Sie hat mich dazu gebracht, meine Lauftechnik, meine Ermüdung und auch meine Regeneration noch genauer zu analysieren. Die Daten, die wir während dieser Vorbereitung mit COROS gesammelt haben, waren sehr hilfreich. Sie ermöglichen es uns, von einem Trainingsblock zum nächsten bessere Entscheidungen zu treffen. Das ist ein echter Vorteil bei der Planung.

Sie werden noch immer oft als „außergewöhnlicher Läufer“ bezeichnet. Nervt Sie dieses „verkürzte“ Bild?

Ich verstehe, warum das so ist, denn Laufen war schon immer eine meiner Stärken. Aber man wird nicht allein deshalb Olympiasieger im Triathlon, weil man schnell läuft. Ich bin stolz auf die gesamte Arbeit, die ich im Schwimmen und Radfahren geleistet habe, um ein kompletterer Athlet zu werden.

Alex Yee beim Ausstieg aus dem Wasser bei der WTCS in Quiberon im vergangenen Juni© COROS

Wer hat Ihnen geholfen, sich im Schwimmen und Radfahren am meisten zu verbessern?

Das ist wirklich das Ergebnis gemeinsamer Arbeit. Meine Trainer, meine Trainingspartner und British Triathlon haben mich über viele Jahre begleitet. Es gab keinen einzelnen Aha-Moment, sondern einfach viel Arbeit, Beständigkeit und Lernen.

Erzählen Sie uns noch einmal, wie Sie zum Triathlon gekommen sind?

Ich habe an einem Mini-Triathlon im Crystal Palace teilgenommen und war sofort begeistert. Ich liebte die Vielseitigkeit dieser Sportart, aber auch die Gruppe aus Freunden und Trainingspartnern, die sich schnell um mich herum bildete. Sie waren für meinen Weg von enormer Bedeutung.

Wie haben Sie sich zwischen Leichtathletik und Triathlon entschieden?

Ich habe mich immer als Triathleten gesehen. Die Entscheidung war nicht leicht, weil ich das Laufen liebe. Aber der Triathlon stellte mich immer wieder vor neue Herausforderungen. Die Möglichkeit, mich in drei verschiedenen Disziplinen weiterzuentwickeln, hat mich sofort begeistert.

Mein Blick richtet sich nun ganz automatisch auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles

Alex Yee
Alex YeeOlympiasieger im Triathlon

Wie beurteilen Sie Ihren Saisonstart 2026?

Das war natürlich nicht der Saisonstart, den ich mir gewünscht hatte. Yokohama mit Platz fünf hat mir einige positive Erkenntnisse gebracht, während meine Aufgaben in Quiberon und Alghero enttäuschend waren, auch wenn es in diesem Moment die richtigen Entscheidungen waren. In London bin ich auf dem Rad gestürzt und habe trotzdem die schnellste Laufzeit erzielt (Anm. d. Red.: 13:52 Minuten über 5 km), was am Ende zu Platz 14 führte. Jetzt geht es vor allem darum, daraus zu lernen und die nächsten großen Ziele vorzubereiten. Die Spiele in Los Angeles finden in zwei Jahren statt. Auf sie richtet sich mein Blick nun ganz selbstverständlich.

Haben Sie besonderen Druck verspürt, als Sie die Brownlee-Brüder Alistair und Jonathan beerbt haben?

Sie waren vor allem eine Inspirationsquelle. Sie haben den britischen Triathlon nachhaltig geprägt und gezeigt, was möglich ist. Ich wollte immer meinen eigenen Weg gehen, habe aber größten Respekt vor dem Erbe, das sie uns hinterlassen haben.

Wie begann Ihre Geschichte mit dem Valence Triathlon Club in Frankreich?

Der Verein hat mir zu einer Zeit vertraut, als ich noch keine nennenswerten Ergebnisse vorzuweisen hatte. In meinen ersten Jahren hat er mich enorm unterstützt. Der Valence Triathlon Club verfügt über eine echte Hochleistungskultur, und der französische Grand Prix ist wahrscheinlich eine der stärksten Rennserien der Welt. Er hat eine wichtige Rolle in meiner Entwicklung gespielt.

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Wie bereiten Sie sich auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vor?

Mein Ziel ist einfach, mich in jeder Saison in allen drei Triathlondisziplinen ein Stück weiterzuentwickeln, statt zu weit vorauszuplanen. Wenn ich mich kontinuierlich verbessere, hoffe ich, in Los Angeles in bestmöglicher Form an den Start zu gehen.

Welche Rolle spielen die viel zitierten Daten heute in Ihrer Vorbereitung?

Ich habe es immer geschätzt, mein Körpergefühl mit objektiven Daten abzugleichen. Die Herzfrequenz ist ein hervorragender Indikator, um sicherzustellen, dass lockere Einheiten wirklich locker bleiben und jedes Training die gewünschten Anpassungen auslöst. Mit COROS verfolgen wir außerdem langfristig die Entwicklung meiner Regeneration und Trainingsbelastung, statt aus einer einzigen Einheit Schlussfolgerungen zu ziehen. Letztlich sollen die Daten den Prozess begleiten. Sie ersetzen niemals das Körpergefühl, helfen aber dabei, im Alltag fundiertere Entscheidungen zu treffen.

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