Hayden Wilde legt nach und gewinnt erneut den French Riviera T100 Triathlon

LB
Von Luc Beurnaux

Veröffentlicht am Sa., 19. September 2026

Aktualisiert am Sa., 19. September 2026

Hayden Wilde legt nach und gewinnt erneut den French Riviera T100 Triathlon
© T100

Der Neuseeländer Hayden Wilde setzte sich vor dem Belgier Jelle Geens und seinem Landsmann Kyle Smith durch und feierte beim Ekoï French Riviera T100 Triathlon seinen zweiten Sieg in Folge im Esterel-Massiv. Damit baut Hayden Wilde seine Führung in der T100-Gesamtwertung weiter aus.

Zunächst bildete das Mittelmeer die Kulisse für die 2 km lange Schwimmstrecke des Ekoï French Riviera T100 Triathlon. Der Brite Sam Dickinson übernahm sofort die Führung und schlug ein hohes Tempo an, ehe der Deutsche Fabian Kraft das Kommando übernahm und die Gruppe zu Beginn der letzten Runde aus dem Wasser führte. Sam Dickinson stieg dennoch als Erster aus dem Meer, doch der Niederländer Menno Koolhaas absolvierte den schnellsten Wechsel, gefolgt vom Neuseeländer Hayden Wilde.

Fünf Ausreißer auf dem Rad, darunter das spätere Podium

Der Deutsche Rico Bogen und der Neuseeländer Kyle Smith übernahmen schnell die Spitze auf der 80 km langen Radstrecke. Wenig später wuchs die kleine Gruppe um drei weitere Athleten an: Wilde, Dickinson und der Belgier Jelle Geens schlossen auf und bildeten damit eine äußerst starke Fünfergruppe.

Auf der letzten Radrunde erhielt Bogen zunächst eine Zeitstrafe wegen Wegwerfens von Abfall, die zwei Kilometer vor dem zweiten Wechsel jedoch wieder aufgehoben wurde. Der Deutsche erhöhte auf den letzten fünf Kilometern das Tempo, riss eine Lücke von 22 Sekunden zu Wilde und wechselte als Erster in die zweite Disziplin. Geens lag zu Beginn des Laufs 20 Sekunden zurück.

Bogen bricht beim Laufen ein

Saint-Raphaël bot eine besonders spektakuläre Laufstrecke entlang der Küste: 18 km, aufgeteilt in sechs Runden. Smith und Geens holten Bogen schnell ein, zogen an ihm vorbei und setzten sich ab. Wie schon in der vergangenen Woche in Nizza musste er beim Laufen abreißen lassen und kam letztlich als Dreizehnter ins Ziel. Wilde schloss in der zweiten von sechs Runden zu den beiden Führenden auf und komplettierte damit vorläufig das Podium.

In der vierten Runde fiel Geens aus dem Führungstrio zurück, ehe Wilde seinerseits das Tempo verschärfte und seinen Landsmann Smith in der vorletzten Runde abschüttelte. Smith kämpfte bis zum Schluss, obwohl er am Vortag im Training mit einem Bus zusammengestoßen war. Doch auch Geens gab nicht auf. Auf dem letzten Kilometer schloss der Belgier wieder zu dem Neuseeländer auf und schnappte ihm die Silbermedaille weg. Wilde sicherte sich Gold und feierte damit seinen zweiten Sieg bei diesem Rennen in ebenso vielen Austragungen. Zudem war es sein zweiter Erfolg innerhalb von sechs Tagen in Frankreich, nachdem er am vergangenen Sonntag in Nizza den IRONMAN-70.3-Weltmeistertitel gewonnen hatte. Das Podium der Ausgabe 2026 entschied sich innerhalb von 24 Sekunden, ein Beleg für die enorme Leistungsdichte in einem Feld mit nur 20 handverlesenen Triathleten.

Kyle und Rico sind vorneweg gefahren, und ich musste auf dem Rad richtig investieren. Leider hat mein Leistungsmesser nicht funktioniert, deshalb bin ich völlig nach Gefühl gefahren. Dafür musste ich ein paar Körner lassen. Beim Laufen musste ich einfach konzentriert bleiben. Jelle hatte am Start natürlich einen guten Vorsprung, und ich musste mein eigenes Tempo laufen. Am Ende habe ich ihn noch eingeholt.

Hayden Wilde
Hayden Wilde Sieger des T100 French Riviera 2026
© T100
Die neuseeländischen Teamkollegen Hayden Wilde und Kyle Smith, Sieger und Dritter des Tages

Diese Distanz liegt mir. Ich bin schon mehrmals Zweiter geworden, sehr oft hinter Hayden. Ich bin gerne hier in Saint-Raphaël. Es ist ein schönes Rennen, und ich freue mich, wieder auf dem Podium zu stehen. Eine Runde vor dem Ziel dachte ich: „Okay, ich versuche es noch einmal.“ Zu Beginn der letzten Runde habe ich das Tempo erhöht und gesehen, wie Kyle vor mir immer größer wurde. Auch die Zeitabstände bekam ich durchgesagt: 30 Sekunden, dann 20, bei der Wende waren es noch 15. Mein Magen wurde bei diesem Tempo langsam ordentlich durchgeschüttelt. Aber ich wusste, dass ich ihn einholen und dann auf den Sprint warten musste. Das war meine Strategie.

Jelle Geens
Jelle GeensZweiter beim T100 French Riviera 2026
© T100
Jelle Geens wird wie schon 2025 erneut Zweiter

Ich bin unglaublich glücklich über diesen dritten Platz. Vor vier Monaten lag ich mit Darmproblemen im Krankenhaus und dachte ehrlich gesagt wahrscheinlich ans Aufhören, weil ich nie geglaubt hätte, wieder auf dieses Niveau zurückzukommen. Meine körperliche Verfassung war so schlecht. Aber dank meiner Freunde und der Menschen um mich herum, die mich wirklich unterstützt haben, habe ich es geschafft. Vor allem Hayden übrigens.

Kyle Smith
Kyle SmithDritter beim T100 French Riviera 2026
© T100
Kyle Smith kehrt nach 18 schwierigen Monaten aufs Podium zurück und kann wieder lächeln

Mit diesem Ergebnis baut Hayden Wilde seine Führung in der T100-Gesamtwertung vor dem Australier Jake Birtwhistle und dem Deutschen Lasse Priester aus. Die beiden belegten heute in Fréjus die Plätze vier und fünf.

Das nächste Rennen der Männer findet am 27. November beim Saudi Arabia T100 Triathlon statt. Die Frauen kehren bereits am 14. November beim Dubai T100 in den Wettkampf zurück.

Top 10 des T100 French Riviera 2026

1 Hayden Wilde (Neuseeland): 3:06:24 Std.

2 Jelle Geens (Belgien): 3:06:43 Std.

3 Kyle Smith (Neuseeland): 3:06:48 Std.

4 Jake Birtwhistle (Australien): 3:08:22 Std.

5 Lasse Nygaard Priester (Deutschland): 3:09:29 Std.

6 Sam Dickinson (Großbritannien): 3:10:05 Std.

7 Gregor Payet (Luxemburg): 3:10:14 Std.

8 Menno Koolhaas (Niederlande): 3:10:22 Std.

9 Antonio Benito López (Spanien): 3:10:36 Std.

10 Wilhelm Hirsch (Deutschland): 3:11:25 Std.