Laidlow und Van Coevorden siegen beim Challenge Samarkand 2026
Der Franzose Sam Laidlow und die Australierin Natalie Van Coevorden haben am Sonntag den Challenge Samarkand 2026 gewonnen.
Der französische Triathlet Sam Laidlow hatte sich für den Challenge Samarkand in Usbekistan entschieden und damit gegen die IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaften in Nizza, um den letzten Feinschliff für die bevorstehende IRONMAN-WM auf Kona zu holen. Die Radstrecke und die Wetterbedingungen in Samarkand ähneln stärker dem, was die Triathleten am 4. Oktober auf Kona erwartet.
Eine kluge Entscheidung von Sam Laidlow, der das Rennen trotz einiger Zwischenfälle gewann und sich zugleich dem deutlich stärkeren Konkurrenzdruck in Nizza entziehen konnte.
Der serbische Triathlet Ognjen Stojanovic kam nach 23:07 Minuten als Erster aus dem Wasser, direkt vor dem Südafrikaner Henri Schoeman und dem Dänen Emil Holm. Laidlow lag neun Sekunden dahinter auf Rang vier. Dank eines schnellen Wechsels verließ er die Wechselzone als Erster und übernahm auf den 90 Radkilometern sofort die Kontrolle. Das Tempo war von Beginn an besonders hoch.
Laidlow dominiert auf dem Rad
Bei Kilometer 25 hatte Laidlow bereits knapp eine Minute Vorsprung auf Holm, der auf Rang zwei lag. Der Brite Cameron Main war auf Platz drei vorgerückt. Zur Rennmitte arbeitete sich der britische Titelverteidiger Will Draper kontinuierlich nach vorn und lag nun auf Rang fünf, hinter seinem Landsmann Frederick Webb und Ognjen Stojanovic. Die beiden führten die Verfolgergruppe an, zu der auch Schoeman, der Ukrainer Rostislav Pevtsov und Main gehörten.
Trotz aller Anstrengungen konnte Holm den Rückstand auf Laidlow nicht verkürzen. Bald musste er sich zudem mit dem heranstürmenden Draper auseinandersetzen, der in den letzten Radkilometern auf Rang drei vorgerückt war und die übrigen Verfolger deutlich distanziert hatte.
Am Eingang des Silk Road Complex, fünf Kilometer vor dem zweiten Wechsel, ließ Draper Holm hinter sich und nahm die Verfolgung von Laidlow auf. Bis zum zweiten Wechsel verkürzte er den Abstand auf 1:38 Minuten und fuhr mit 1:52:23 Stunden die schnellste Radzeit. Holm kam als Dritter in die Wechselzone, 2:09 Minuten hinter Laidlow.
Laidlow muss auf der Laufstrecke kurz pausieren
Dann der Paukenschlag: Nach gerade einmal einem Laufkilometer verließ Laidlow die Strecke und begann zu gehen. Offenbar machten ihm Magenprobleme zu schaffen. Für Draper bot sich damit eine unverhoffte Chance, wieder aufzuschließen. Der Brite nahm die Verfolgung auf und schuf die Voraussetzungen für einen hochspannenden Halbmarathon.
Bei Kilometer drei hatte Draper Laidlow eingeholt. Statt ihn zu überholen, entschied er sich jedoch, an seiner Seite zu laufen. Kurz darauf schloss auch Holm auf. Damit entstand eine Konstellation, mit der niemand gerechnet hatte.
Bis zur Hälfte der zweiten Runde konnten Holm und Laidlow Draper abschütteln, und aus dem Rennen wurde ein Zweikampf. Zur Rennmitte war es Laidlow, der das Tempo bestimmte.
Nach der dritten Runde begann der Franzose endlich, einen Vorsprung auf Holm herauszulaufen. Er wirkte körperlich stark, und die Turbulenzen vom Rennbeginn schienen endgültig hinter ihm zu liegen.
Am Ende ging der Sieg an Laidlow vor Holm und Draper. Ein passender Abschluss für ein enges und spektakuläres Männerrennen in Samarkand.
Top 5 Männer
1 Sam Laidlow (Frankreich) 3:34:57
2 Emil Holm (Dänemark) 3:35:37
3 Will Draper (Großbritannien) 3:36:10
4 Ognjen Stojanovic (Serbien) 3:39:27
5 Henri Schoeman (Südafrika) 3:40:27
Sara Perez Sala verteidigt ihren Titel bei den Frauen
Bei den Frauen hielt das Schwimmen keine Überraschung bereit. Die spanische Titelverteidigerin Sara Perez Sala kam nach 24:48 Minuten als Erste aus dem Wasser und ging vor ihrer Landsfrau Maria Vilas Vidal und der Britin Daisy Davies auf die Radstrecke.
Auf den ersten Kilometern behauptete Perez Sala die Führung. Davies und die Australierin Natalie van Coevorden folgten in ihrem Windschatten mit 20 Metern Abstand, wie es die Windschattenregeln der Challenge Family erlauben.
Bei Kilometer 35 übernahm Davies die Führung in der Dreiergruppe, ehe Perez Sala wieder an die Spitze ging. Der Wind nahm allmählich zu.
Hinter dem Spitzentrio fuhr die Neuseeländerin Nicole van der Kaay allein. Die Australierin Milan Agnew lag eine Minute zurück auf Rang fünf.
Van Coevorden und Davies sorgen für eine Überraschung
Perez Sala blieb bis zum zweiten Wechsel an der Spitze. Doch der Halbmarathon nahm schnell Züge einer Neuauflage des Männerrennens an: Perez Sala und Van Coevorden lieferten sich ein Duell, während Davies auf Rang drei lag.
Anders als bei den Männern griff Van Coevorden bereits zu Beginn der zweiten Runde an und übernahm allein die Führung. Alle drei Frauen blieben jedoch stark und im Kampf um den Sieg. Besonders intensiv war das Duell zwischen Perez Sala und Davies um die Plätze zwei und drei.
Davies schien den zweiten Platz sicher zu haben, doch Perez Sala gab nicht auf und kämpfte bis ins Ziel weiter.
Die Britin behauptete schließlich Rang zwei vor Pérez Sala. Der Sieg ging an Natalie van Coevorden.
Top 5 Frauen
1 Natalie van Coevorden (Australien) 3:58:41
2 Daisy Davies (Großbritannien) 3:59:49
3 Sara Perez Sala (Spanien) 4:00:08
4 Nicole Van der Kaay (Neuseeland) 4:04:57
5 Anna Bergsten (Schweden) 4:06:40